Städel Museum, Frankfurt am Main

Natursteinarbeiten/Restaurierungsarbeiten

Das „Städelsche Kunstinstitut und Städtische Galerie“ ist eines der bedeutendsten deutschen Kunst­museen. Es wurde 1815 als bürgerliche Stiftung von dem Bankier und Kaufmann Johann Friedrich Städel durch dessen testamentarische Verfügung begründet. Die Sammlung zeigt einen umfassen­den Überblick über 700 Jahre europäische Kunstgeschichte – vom frühen 14. Jahrhundert über die Renaissance, den Barock und die klassische Moderne bis in die Gegenwart. Sie umfasst mit mehr als 4000 Gemälden die Sammlungen Alter und Neuer Meister, die altdeutsche Malerei sowie Gemälde und Bildwerke des 19. und 20. Jahrhunderts sowie umfangreiche graphische Sammlungen.

Das Erscheinungsbild der Fassade des historischen Gebäudes musste als in großen Teilen desolat eingestuft werden. Vor allem die Werksteine aus Finkenbach-Gersweiler Sandstein wiesen diverse und gravierende Schäden in Form von Rissbildungen und Risszonen (Lagerrisse) auf. Strukturell entfestigte Partien wurden hier besonders an den profilierten und bildhauerisch bearbeiteten Werksteinen lokalisiert. Im Sockelbereich (Maulbronner Sandstein) waren indessen vermehrt desolate und unästhetisch ausgeführte Altergänzungen vorzufinden, bei denen der Mörtel an den Fugenflanken aufstand oder gerissen war. Entsprechend konnten Witterungseinflüsse (v.a. in der Kombination Feuchtigkeit und Frost) ungehindert in die Tiefe gelangen und den Materialverbund nachhaltig durch größere Auswaschungen und Ablösungen schädigen. Weitere Schäden traten in Form von weitläufigen Partien entfestigten und stellenweise ausgebrochenen Fugenmörtels auf. An den Bau­zierelementen waren größere Abschalungs- und Absandungspartien anzutreffen. Rissbildungen und zahlreiche Materialabbrüche sorgten zusätzlich für die allgemeine baufunktionale Schwächung der Werksteinsubstanz an den Fassaden.

Seit mehreren Jahren engagiert sich Nüthen Restaurierungen bereits bei der Überarbeitung der gerade genannten Schäden an den Naturwerksteinelementen der Fassaden des Städel-Hauptgebäudes. Von Dezember 2017 bis zum Juni 2018 konnten so die Flächen der westlichen Seitenrisalite an der Hohlbeinstraße angegangen werden. Von Juni 2018 bis zum April 2019 folgten die Fassaden zum Mainufer hin, mit dem besonders aufwändig gestalteten Bereich des Haupteingangs. In naher Zukunft werden ebenfalls die Natursteinplattenfassaden der Seitenrisalite zur Dürerstraße hin fertiggestellt.

Neben konservatorischen Maßnahmen, Risssystemverschlüssen, Anböschungen und Schlämmen, Steinergänzungen, Vernadelung von Abbrüchen, Fugenarbeiten und farblicher Retuschen, sind vor allem die steinbildhauerischen Vierungen und Neuteile zu betonen, die für die reich verzierten Fassadenelementen des Städels kunstvoll gefertigt und versetzt wurden. Gerade die Säulenkapitelle, Zahnfriese und kleinere Bauzierelemente im Stile der Neorenaissance waren durch ihre exponierte Lage starken Witterungseinflüssen ausgesetzt gewesen und verlangten nach einer intensiven restauratorischen Überarbeitung oder gar nach vollständiger Rekonstruktion. Auf die Ergebnisse dieser Anstrengungen sind alle am Bau beteiligten Fachkräfte zu Recht stolz.

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