Marktkirche, Halle (Saale)

Natursteinarbeiten, statische Sicherung, Putz und Malerarbeiten

Die Marktkirche in Halle zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der Spätgotik in Mitteldeutschland. Ihr charakteristisches Äußeres mit den vier Türmen an Ost- und Westseite erhielt der Sakralbau, als er zwischen 1529 bis 1554 aus Teilen der beiden Kirchen Skt. Gertruden und Skt. Marien erbaut wurde.

Der Magdeburger Erzbischof Kardinal Albrecht hatte den monumentalen Bau in Auftrag gegeben, um dem zunehmenden Einfluss der Reformation ein klares Zeichen entgegenzusetzen. Die Ausgestaltung der Gewölbe im Innenraum der Marktkirche wird heute als eine der vollendetsten der Spätgotik angesehen. Der weite Hallenraum des breiten Mittelschiffs weist acht schlanke, gekehlte Eckpfeiler auf, die das flache Tonnengewölbe mit seinen engen Sternnetz-Figurationen tragen. In den Seitenschiffen finden sich filigran gearbeitete Rippensterne. Zur denkmalgerechten Restaurierung und Konservierung der ersten Teile dieser beeindruckenden Gewölbedecke engagierte sich Nüthen Restaurierungen sowohl bei der statischen Sicherung der einzelnen Bauteile, mit umfangreichen Steinmetz- und Mauerarbeiten sowie mit aufwändigen Putz- und Malerarbeiten.

Die Notwendigkeit der Absicherung des statischen Zusammenhalts der Gewölbedecke zeigte sich in vielen Bereichen und verlangte daher nach einer weiten Palette an Maßnahmen. So wurde zunächst das Ziegelmauerwerk der Gewölbekappen durch Spiralanker, Steinaustausch und Neuverfugung instand gesetzt. Zwischen einem der Türme und dem Hauptgebäude wurden riesige Bindersteine als dynamisch gelagerte Verbindung eingesetzt. Eine ebenfalls sehr anspruchsvolle Aufgabe stellte die Notsicherung des südlichen Tragsteins sowie das Fertigen und Versetzen einer neuen Werksteinkosole für diesen dar. Die Einzelelemente der Gewölberippen konnten durch Nadelanker/GFK-Stäbe, das Einbauen speziell gefertigter Bandeisen für Rippenabhängung und eine Stoßfugensanierung des Rippenwerks mit Blei langfristig gesichert werden. Zusätzlich wurden an den Rippen noch Antragungen, Bruchstückverklebungen, Rissverschlüsse und der Versatz vollständiger Neuteile vorgenommen.

Nach Abschluss der Steinmetz- und Mauerarbeiten konnte dann mit der Abnahme schadhafter Putzflächen und dem Ausräumen von Mauermörteln an den Wand- und Deckenflächen begonnen werden. Eine Neuverfugung, Putzergänzungen und die fachgerechteBearbeitung von Rissen im Putz schlossen sich an. Die auf diese Weise wiederhergestellten Gewölbeflächen/-rippen, Wandflächen, Maßwerkfenster, Pilaster und Achteckpfeiler konnten nun kunstvoll mit einem neuen Anstrich und den bestandsorientiert nachempfundenen dekorativen Elementen versehen werden. Zum letzteren Punkt gehörte auch die vollständige Überarbeitung der an der Decke befestigten Metallzier.

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