Brückentor, Heidelberg

Naturwerksteinarbeiten

Vom Erhalt eines symbolträchtigen Wahrzeichens

Die zweitälteste, deutsche Universitätsstadt, Heidelberg, ist vor allem für ihre pittoreske Altstadt und ihre einladende Atmosphäre bekannt und damit weltweit als Besuchsziel beliebt. Fest zum historischen Stadtensemble gehört das Brückentor an der Karl-Theodor-Brücke welches einen imposanten Zugang zur Altstadt von der Neckarseite aus bietet.

Das Brückentor war bereits zu Zeiten des Mittelalters Teil der Stadtbefestigungsanlagen. Hiervon zeugen bis heute die beiden 28 Meter hohen Türme. Der größte Teil des Tores wurde mit dem regional verfügbaren Neckartäler Sandstein erbaut. Am Anfang des 18. Jahrhunderts (1709-1711) wurde der Mittelteil des Tores im Stile des Barock umgestaltet, was sich besonders deutlich an den beiden Giebeln und den einzelnen Elementen der Bauzier zeigt. Dem Geschmack des Spätbarock entsprechen auch die Turmhauben. Ihre Umgestaltung erfolgte bei Bau der bis heute erhaltenen Karl-Theodor-Brücke – im Volksmund besser bekannt als die „Alte Brücke“.

Leider führte eine Vielzahl von Faktoren dazu, dass ein Großteil der Naturwerksteinsubstanz des Tores sich vor dem Beginn der Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen durch unser Unternehmen in einem beklagenswerten Zustand befand. Hierzu hatten die exponierte Lage des Bauwerks und die Nähe zum Fließgewässer beigetragen. Entsprechend fand sich eine vergleichsweise starke Belastung durch Schadsalze und die Ausbildung einer Reihe von typischen witterungsbedingten Schadbildern (große Schalen, Aufrauung und Abschuppung der Oberflächen, Risse und Abplatzungen von Material).

Nach Reinigungsarbeiten im Heißwasserdampf- und Wirbelstrahlverfahren schloss sich also zunächst eine Kompressentsalzung großer Teile des Mauerwerks an. Die Werksteinelemente der Rosenquaderung waren dabei, durch ihre fein gestaltete Oberfläche, besonders stark belastet. Andere Oberflächen mussten gefestigt und bei starker Schuppenbildung geschlämmt werden. Auch Risse und Risssysteme unterschiedlicher Größenordnungen wurden dauerhaft und fachgerecht verschlossen. Den weitaus größten Teil der Arbeiten machte allerdings die Restaurierung der teilweise sehr großformatigen Sandsteinelemente aus. In großer Anzahl und Dimension wurden daher Ergänzungen mit mineralischen Steinersatzmassen, Vierungen sowie der Einbau von Neuteilen geleistet. Dies war aufgrund der Größe der Versatzteile und deren Anzahl sowie durch die örtlichen Gegebenheiten um die Baustelle eine besondere Herausforderung. Auch wurden in diesem Zuge viele großformatige Bestandswerksteinelemente durch Vernadelungen wieder dauerhaft mit den umliegenden Bereichen verbunden und so nachhaltig statisch gesichert.

Dass es sich gelohnt hat, diese Herausforderungen anzunehmen zeigt das Ergebnis nach Abschluss aller Arbeiten. Eines der herausragenden Denkmale und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Heidelbergs  begrüßt Gäste und Bürger der Stadt wieder in der altgewohnten Pracht.

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