ciccum® Denkmal­einhausungen

Die von uns entwickelte ciccum® Einhausungsmethode ist eine Kunststoffeinhausung für Kunstgüter, welche einen optimalen klimatischen Schutz sowie eine leichte Handhabung bei der Montage ermöglicht.

Die patentierte Lösung für Denkmaleinhausungen und temporäre Schutzmaßnahmen zeichnet sich aus durch:

  • leichte und stabile Bauweise
  • einfache Montage und Demontage
  • effektiver Frostschutz
  • geringe Transportkosten
  • geringer Verschleiß
  • ästhetische Gesamtlösung

Praxis

Technischer Aufwand bei der Montage einer Holzeinhausung

Die winterliche Einhausung von Denkmälern im öffentlichen Raum dient dem Erhalt der Kunstwerke. Verwitterungserscheinungen, die auf Frost-Tauwechsel und Schneebedeckung zurückzuführen sind, sollen minimiert bzw. weitgehend verhindert werden.

Die Einhausung mit Holzverschlägen ist gängige Praxis und leistet einen allgemeinen Wetterschutz. Jedoch sind die Gehäuse - abhängig von der Größe des Denkmals – unhandlich und schwer. Holzplanken mit einem Einzelgewicht von 30–40 kg lassen sich nur mit entsprechendem personellen­ und maschinellen Einsatz bewegen, Transport und Montage sind ebenfalls sehr aufwändig. In den vergangenen Jahren hat man deshalb nach leichteren Systemen gesucht.

In Forschungsprojekten sind diverse Einhausungsvarianten auf ihre physikalischen Eigenschaften und Praxistauglichkeit untersucht worden. Neben der Schutzwirkung sollten auch gestalterische Aspekte der Einhausungen besonders für Skulpturen im städtischen Raum berücksichtigt werden.

Entwicklung

Der Abstand zwischen Figur und Wandung gewährleistet die Luftzirkulation innerhalb der Einhausung

Die von uns entwickelten und unter dem Markennamen ciccum® angebotenen Kunststoffeinhausungen ermöglichen erstmals eine Verbindung von effektivem Schutz und leichter Montage.

Unsere ciccum®-Einhausungen werden im Sandwichverfahren aus PUR-Material hergestellt (Zweikomponenten-Polyurethan). Das Innere des Gehäuses bildet ein relativ weicher, aber stabiler Formschaum, die Außenfläche ist mit einer Hartbeschichtung und einem Schutzanstrich überzogen.

Die physikalischen Eigenschaften des Gehäusematerials ermöglichen einen bisher bei keinem Einhausungssystem realisierten Frostschutz. Frei anzuordnende Luftkanäle in der Gehäusewand gewährleisten den für die Ableitung der Materialfeuchtigkeit des Denkmals erforderlichen Luftaustausch.

Montage

Links: Einfache Montage mit Zapfenverbindung und Dübel, Rechts: Komprimiertes Dichtband zwischen den Gehäusehälften

Um die Handhabung vor Ort möglichst einfach zu gestalten, sind die einzelnen Elemente des Gehäuses mit Zapfenverbindungen ausgestattet. Nach dem Aufkleben eines Quellbandes werden die Gehäusehälften aneinandergefügt und mit Stiften verdübelt. Das Quellband entwickelt beim Expandieren einen Druck zwischen den Gehäusehälften, der die Montagestifte fest in ihrer Position verankert.

Die Montagestifte werden oberflächenbündig eingeschoben und so vor unbefugtem Zugriff geschützt. An der Montagefläche schließen die Gehäusehälften passgenau ab, die Belüftung des Gehäuseinneren wird durch kleine Luftkanäle in der Gehäusewandung gewährleistet.

Klimadaten

Oben: Außenwerte, Unten: Innenwerte

Frost-Tauwechsel an der Oberfläche von Natursteindenkmalen sind ein entscheidender Schadensfaktor. Die Skulpturen werden in der Regel im Herbst eingehaust, der Naturstein ist dann meist feucht bis regennass. Trocknet der Naturstein nicht rechtzeitig ab, können frühzeitig einsetzende Nachtfröste trotz Einhausung zu Schäden führen. Die dämmende Wirkung der ciccum®-Einhausung verhindert das Durchdringen der Nachtfröste über mehrere Wochen. Gleichzeitig kann das Denkmal in diesem Zeitraum Feuchtigkeit abgeben.

Im Inneren der Einhausung lässt sich anhand der abgebildeten Messdaten eine deutliche Pufferung der Temperaturspitzen nachweisen.­

Anwendung

Eingehaustes Shakespeare-Denkmal im Weimarer Ilmpark

Am Beispiel des Shakespeare-Denkmals im Weimarer Ilmpark, das in der Einhausungsperiode 2009/2010 erstmalig mit einer ciccum®-Einhausung geschützt wurde, lassen sich die Vorteile der neuen Einhausung gegenüber dem alten Holzgehäuse im Direktvergleich darstellen:

Für Transport und Aufbau der Holzeinhausung, bestehend aus 8 Planken in den Abmessungen 3,50 m x 0,50 m und einem mit Bleiblech beschlagenen Pyramidendach (1,20 m x 1,20 m) wurden ein LKW mit Kranausleger, zwei Leitern und zwei Monteure benötigt. Anfahrt und Montage der schweren Teile nahmen bis zu 4 Arbeitsstunden in Anspruch.

Die für das Shakespeare-Denkmal konzipierte ciccum®-Einhausung besteht aus drei Teilen, die von zwei Monteuren mit Hilfe einer Leiter in deutlich weniger als einer Stunde aufzubauen sind. Für den Transport ist lediglich ein Kleinbus erforderlich. Die Schonung von Parkwegen und Anlagen (im Vergleich zur LKW-Befahrung) ist hierbei ein positiver Nebeneffekt.

Gestaltung

Das ästhetische Erscheinungsbild einer Einhausung prägt die Parklandschaft während der gesamten Einhausungsperiode. Die Optik einer meist mit diversen Graffiti "verzierten" Holzkiste, die den Standort anstelle des Denkmals bestimmt, ist wohl den meisten winterlichen Spaziergängern vertraut.

Die Leichtbauweise ermöglicht die partielle Einhausung des Denkmals. Der Sockel kann sichtbar bleiben, die Denkmaloptik bleibt im Wesentlichen so auch im Winter erhalten.

ciccum®-Einhausungen bieten vielfältige Möglichkeiten zur Gestaltung. Die Hülle kann so als Winterkleid aufgefasst werden, unter dem die Form des Denkmals noch ablesbar bleibt.

Es bestehen darüber hinaus vielfältige räumliche und farbliche Gestaltungsmöglichkeiten, die den Bezug zum verhüllten Denkmal auch während der Einhausungsperiode herstellen und die Parkskulpturen auch im Winter erlebbar machen oder ganz neue Eindrücke­ vermitteln können.

ciccum®-Einhausungen können mit geringem Aufwand auch als temporärer Schutz bei Bau­maßnahmen, Volksfesten u.ä. Veranstaltungen eingesetzt werden.