Graffitianschlag auf das Burschenschaftsdenkmal, Eisenach

Die Kontroversen um die Erinnerungskultur in Bezug auf das Burschenschaftsdenkmal in Eisenach äußerten sich, in den vergangenen Jahren, wiederholt in Akten des Vandalismus, welche die Substanz der Denkmalsstätte angriffen. Immer wieder wurde das Denkmalsensemble Ziel von mutwilligen Beschädigungen und Schmierereien. Die letzte dieser Graffiti- und Farbattacken, im Oktober 2019, stellte sich als besonders schwerwiegend heraus. Sie fand nur Tage nach dem Abschluss der, durch die Firma Nüthen am Denkmal durchgeführten, Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen an der Sockelzone des Außenbereichs statt. Dort zeigten sich neben „klassischen“ Graffiti mit Sprayfarbe auch großflächige Flecken verflüssigten Bitumens, der mit Druckbehältern auf die Oberflächen gesprüht worden war. Besonders schwerwiegend gestalteten sich die Schäden im Innenraum des Denkmals. Hier war der Bitumen durch ein eingeschlagenes Fenster verteilt worden. Die Hartnäckigkeit und Schichtdicke dieses Materials stellten auf den kunstvoll gestalteten, bemalten und vergoldeten Oberflächen eine außergewöhnliche Herausforderung dar. Trotz vollständiger Entfernung des Bitumens und seiner Rückstände durften Stuck und Farbfassung nicht in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine Aufgabe, die über die herkömmliche Reinigung eines Gebäudes hinausging. Denn neben der Kenntnis und Anwendung schonender Reinigungsmittel war vor allem langjährige Erfahrung im Bereich des Denkmalschutzes ausschlaggebend. Die Sendung "Kripo live" des Mitteldeutschen Rundfunks nahm sich nun des Falls an und interviewte auch den, bei Nüthen für das Denkmal verantwortlichen Bauleiter, Sören Blankenburg (ab 2:54min).

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