Schönheit(-en) des Mittelalters wiederhergestellt

Seit dem vergangenen Sommer werden neun der Figuren aus dem Ensemble der "Klugen und Törichten Jungfrauen" sowie die der Deesis-Darstellung, vom Tympanon des Westportals des Erfurter Doms, in den Werkstätten von Nüthen Restaurierungen instand gesetzt. Diese anspruchsvollen Arbeiten aber mit der Plattitüde einer bloßen Schönheitskur abzutun, wäre tatsächlich töricht.

Eine Gruppe von kundigen Fachrestauratoren arbeitete monatelang akribisch an der konservatorischen Erhaltung der Skulpturen. Zunächst wurden die Oberflächen mittels eines modernen Speziallasers gereinigt und so sicher gestellt, dass weder Substanzverluste noch Aufrauungen am Seeberger Sandstein auftraten. Neben der eingehenden Festigung des Steinmaterials und von Fassungsresten, wurden auch komplexere restauratorische Eingriffe vorgenommen. Letztere stellten, unter anderem, die optischen Qualitäten der Skulpturen in den Mittelpunkt. So mussten einzelne Partien, wie abgebrochene Finger oder eine der verloren gegangenen Öllampen, vollständig rekonstruiert werden.

Die gotischen Steinbildhauer hatten jeder der Frauenskulpturen eine ganz besonders ausdruckstarke Mimik verliehen, die ihre Rolle beim Jüngsten Gericht vermittelte und die Besucher/-innen des Erfurter Doms über Jahrhunderte hinweg bildgewaltig warnte. Auch der Mitteldeutsche Rundfunk interessierte sich sehr für das Ergebnis der Arbeiten und besuchte daher mit einem Kamerateam den Ort des Geschehens, in der Erfurter Kalkreiße. Die Figuren dagegen haben inzwischen ihren Platz am Portal des Erfurter Mariendoms wieder bezogen.

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